Beantragung eines signierten Grid-Zertifikats
Da die Authentifikation und Autorisierung der im Grid-Bereich
tätigen Personen und Ressourcen über eine sog.
Public
Key Infrastructure (PKI) durchgeführt wird, werden für
die Teilnahme am Grid Computing Zertifikate benötigt, die den
Vorschriften der
European Policy Management Authority for
Grid Authentication in e-Science (EUGridPMA)
genügen. Durch die Zusammenarbeit der EUGridPMA mit den
entsprechenden Vereinigungen für den amerikanischen (TAGPMA)
und asiatisch-pazifischen (APGridPMA) Raum werden diese
Zertifikate im wissenschaftlichen Bereich weltweit akzeptiert.
Für Deutschland sind die DFN-Verein und das Forschungszentrum Karlsruhe (FZK)
Mitglied der EUGridPMA. Diese betreiben eine sog.
Certification Authority (CA), die berechtigt
ist, eine Zertifizierung auf Grundlage der EUGridPMA-Vorgaben
vorzunehmen. Um ein elektronisches Zertifikat verlässlich mit
einer Person oder einer Ressource zu identifizieren, ist es
notwendig, das der Zertifikatsinhaber bzw. ein
Ressourcenverantwortlicher persönlich bei einer dieser CAs
erscheint und sich mittels eines Ausweispapiers
authentifiziert.
Um diesen Vorgang für die Nutzer zu vereinfachen, wurden sog.
Registration Authorities (RA) eingerichtet,
die diesen Vorgang im Auftrag der CAs übernehmen können. Das
LRZ ist akkreditiert, eine RA in Rahmen der DFN-PKI zu betreiben, die neben dem LRZ auch für die drei
Münchner Universitäten zuständig ist.
Neben diesen klassischen X.509 Zertifikaten können auch kurzlebige
Zertifikate benutzt werden. Diese können vom "Short Lived Credential Service", SLCS, des DFN abgerufen werden, wenn Ihre Institution einen sog. Identity Provider beim DFN registriert hat. Der Vorteil ist, dass Sie dann die Zertifikate bequem vom Schreibtisch aus ordern können, ohne extra eine RA aufsuchen zu müssen. Der Nachteil liegt in der auf ca. 11 Tage begrenzten Gültigkeit der Zertifikate.
Beantragung von kurzlebigen Zertifikaten
Sie müssen nur zum
SLCS des DFN surfen und den Anweisungen dort folgen. Viele Eingaben kann Ihr Web-Browser für Sie speichern, sodass Sie beim nächsten Aufruf kaum mehr etwas eingeben müssen. Dieser
flash Film (mit englischer Tonspur!) erklärt, was hinter den Kulissen passiert.
Erzeugung eines Zertifikatsantrags
Um ein Zertifikat zu erhalten, muss zunächst ein Zertifikatsantrag erstellt werden.
Am einfachsten wird dazu ein Browser verwendet, mit dem Zertifikate erzeugt werden können, wie etwa
Firefox 3.0 or höher (3.5 empfohlen).
Dazu sind die folgenden Schritten notwendig:
-
Gehen Sie auf die Webseite LRZ Grid RA . Dort muss der Karteireiter "Zertifikate" gewählt werden, nachdem die
Seite geladen ist.
-
Drücken Sie den Knopf "Nutzerzertifikat". Die folgende Seite enthält ein Formular, bei dem alle Einträge
ausgefüllt werden sollten, die mit einem '*' gekennzeichnet sind. Die PIN wird benötigt, falls Sie ihr
Zertifikat sperren wollen.

Wichtig ist, die entsprechende Institution aus dem Drop-Down-Menü zu wählen:
- Leibniz-Rechenzentrum
- Universität der Bundeswehr
- Technische Universität
- Ludwig-Maximilians-Universität
Wenn Sie fertig sind, drücken Sie den Knopf "Weiter" am Ende der Seite.
-
Eine Seite erscheint, die die Details enthält, die Sie gerade eingegeben haben und Sie werden gebeten zu
bestätigen, dass die Eingaben korrekt sind. Falls Sie etwas ändern möchten, sollten die den Knopf "Ändern"
drücken, anderenfalls "Bestätigen".
Sie sehen eine Seite wie diese:

-
Nachdem dieser Prozess beendet ist, wird eine neue Webseite geladen. Drücken Sie auf den Knopf
"Zertifikatantrag anzeigen", um ein Formular (PDF) zu erhalten, welches Sie ausdrucken und ausfüllen müssen.
Speichern Sie dieses Formular und klicken Sie auf "Beenden", um die Sitzung abzuschließen.
Dieses Formular müssen Sie nun persönlich der Registration Authority vorlegen zusammen mit einem
Lichtbildausweis (Personalausweis, Reisepass, Führerschein, etc.) sowie einem Nachweis für die
Institutszugehörigkeit.
Um einen Termin zu vereinbaren, senden Sie bitte eine E-mail an
grid-ra@lrz.de.
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Nachdem Sie das Dokument vorgelegt haben, erhalten Sie eine E-mail mit der Bestätigung, dass Ihr Zertifikat
erfolgreich verarbeitet wurde. Die E-mail enthält auf zwei Links, von denen Sie der erste auf die LRZ Grid-RA
Webseite bringt, mit der Sie die DFN Zertifikate in Ihrem Browser installieren können.
Der zweite Link erlaubt den Zugriff auf Ihr User-Zertifikat. Klicken Sie dazu auf "Zertifikat importieren",
um das Zertifikat in Ihren Browser zu importieren.
- Im Browser (z.B. Firefox) sollte man ein "master password" setzen (Einstellungen.. (Preferences..) - Sicherheit (Security) ).
Das Zertifikat extrahieren
Um Ihr Zertifikat aus dem Browser zu extrahieren, führen Sie die folgenden Schritte aus:
- Gehen Sie zu den "Einstellungen" im Browser und wählen Sie den Bereich "erweitert". Klicken Sie auf
"Zertifikate anzeiten".
- Im neuen Fenster wählen Sie "Ihre Zertifikate".
Dort finden Sie einen Eintrag mit Ihrem Namen unter der Kategorie "DFN-Verein", wie hier dargestellt:

Wählen Sie das Zertifikat aus und klicken Sie auf den Knopf "Sichern...".
Sichern Sie das Zertifikat in einem sicheren Verzeichnis unter dem Namenusercert.p12.
Sie werden nach einem Passwort für das Zertifikat gefragt, das Sie nicht verlieren sollten.
Das Zertifikat wird in PKCS12-Format abgespeichert, das von UNICORE unterstützt wird.
Für diejenigen, die GSISSH-Term benutzen, ist neben userkey.pem, usercert.pem auch eine
Autorisierung mit den p12-Schlüsseln möglich.
Das Zertifikat mit Globus benutzen
Für diesen Schritt sollten Sie ein Terminal-Fenster öffnen und sicherstellen, dass Sie OpenSSL installiert
haben, das Sie von der
OpenSSL Website bekommen können.
Gehen Sie zu dem Verzeichnis, in dem Sie die
usercert.p12-Datei gespeichert haben und tippen Sie die
folgenden Kommandos ein:
- Um Ihr Zertifikat aus der usercert.p12-Datei zu extrahieren und in usercert.pem zu speichern:
-
openssl pkcs12 -clcerts -nokeys -in usercert.p12 -out usercert.pem
Sie werden einmalig nach dem Nutzerzertifikat-Import-Passwort gefragt (das ist dasjenige, das Sie für den Export
aus dem Browser eingegeben haben).
- Um Ihren privaten Schlüssel aus der usercert.p12-Datei zu extrahieren und in userkey.pem zu speichern:
-
openssl pkcs12 -nocerts -in usercert.p12 -out userkey.pem
Sie werden einmalig nach dem Nutzerzertifikat-Import-Passwort gefragt und (zweimal) nach einem neuen Passwort
für den privaten Schlüssel in PEM-Format.
- Sie sollten die Berechtigungen für die erzeugten Files folgendermaßen setzen:
-
chmod 0400 userkey.pem
-
chmod 0600 usercert.pem
Die Dateien
usercert.pem und
userkey.pem sollten im
.globus-Verzeichnis
in Ihrem Home-Verzeichnis abgelegt werden (UNIX-Maschine).
Auf einer Windows-Maschine befindet sich das entsprechende Verzeichnis unter
\Documents and Settings\{Your Username}\.globus
p12 Datei von den pem Dateien:
openssl pkcs12 -export -inkey userkey.pem -out gsisshterm.p12 -name "Firstname Lastname" -in usercert.pem
Hinweise zum Umgang mit dem privaten Schlüssel eines
persönlichen Zertifikats
Der private Schüssel ermöglicht Ihre Identifikation im Grid.
Das bedeutet, dass eine Person, die in den Besitz Ihres
privaten Schlüssels gelangt, sich für Sie ausgeben kann.
Stellen Sie deshalb unbedingt sicher, dass der private
Schlüssel ausschließlich Ihnen allein zugänglich ist. Auf
Linux-Systemen etwa sind alle Zugriffsrechte für group oder
other zu löschen. Geben Sie das Passwort für ihren privaten
Schlüssel an keine anderen Personen weiter und sorgen Sie
dafür, das es auch nicht aus Versehen in falsche Hände geraten
kann.
Die Gültigkeitsdauer für DFN-Zertifikate beträgt
standardmäßig ein Jahr und muss danach auf die beschriebene
Weise erneuert werden. Falls das bereits vorgelegte Ausweisdokument noch gültig ist,
ist ein nochmaliges Erscheinen am LRZ nicht notwendig.
Falls Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an das
LRZ Grid Team.
Darüber hinaus ist es ratsam, sich mit der Funktionsweise
einer PKI vertraut zu machen (Policies, CRLs, etc.). Allgemeine
Informationen zu Zertifikaten und der Zertifizierung gibt es
u.a. am LRZ (Verschlüsselung,
digitale Signaturen, Zertifizierung)
bzw. beim DFN.